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Zusammenhang zwischen dem sozialen Status eines Stadtgebietes und den gesundheitlichen Risiken seiner Bewohner: Ergebnisse einer Mehrebenenanalyse zu Übergewicht, Hypertonie und Gesundheitszustand am Beispiel Augsburg.

Association between the Social Status of City Districts and Health Risks: Multilevel Analyses Concerning the Regional Distribution of Overweight, Hypertension and Self-Rated Health in Augsburg, Germany

Gesundheitswesen 75, 134-139 (2013)
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Einleitung: In empirischen Studien wurde wiederholt gezeigt, dass der sozioökonomische Status (SES) einer Region den Gesundheitszustand der Bewohner beeinflussen kann, auch nach statistischer Kontrolle individueller Faktoren des SES. In Deutschland sind dazu erst wenige Arbeiten erschienen, zumeist beziehen sie sich auf relativ große Raumeinheiten wie Landkreise. Am Beispiel eines Vergleichs zwischen Stadtgebieten in Augsburg soll in der vorliegenden Arbeit untersucht werden, ob diese regionalen Effekte auch auf innerstädtischer Ebene vorhanden sind. Material und Methoden: In die Analyse eingeschlossen wurden 1 888 Probanden des KORA S4 Surveys im Alter von 25 bis 74 Jahren. Die Stadtgebiete wurden entsprechend der Arbeitslosenquote eingeteilt (niedrig, mittel, hoch). Als abhängige Variablen dienten Angaben zum selbst-eingeschätzten Gesundheitszustand sowie zu 3 Risikofaktoren (Adipositas, hohe Waist-Hip-Ratio und Hypertonie). Als unabhängige Variablen wurden auf individueller Ebene Alter, Geschlecht, Bildung und Arbeitslosigkeit eingeschlossen. Die Auswertung erfolgte mit logistischen Multilevel-Analysen. Ergebnisse: Nach statistischer Kontrolle der individuellen Variablen (Alter, Geschlecht, Bildung, Arbeitslosigkeit) zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen hoher regionaler Arbeitslosenquote und ‚hoher Waist-Hip-Ratio‘ (OR 1,53; 95% Konf. Intervall 1,03-2,26). Für Adipositas ergab sich ein ähnliches Bild. Für Hypertonie und den selbst-eingeschätzten Gesundheitszustand konnten dagegen keine signifikanten Zusammenhänge mit der regionalen Arbeitslosenquote gefunden werden. Schlussfolgerung: Offenbar gibt es gesundheitliche Risiken, die in Stadtgebieten mit hoher Arbeitslosigkeit besonders groß sind. Eine praktische Folgerung wäre, dass sich die Maßnahmen zur Verringerung dieser Risiken auch und vor allem auf die Stadtgebiete konzentrieren sollten, in denen die Arbeitslosenquote besonders hoch ist. Weitere Untersuchungen sollten sich den Ursachen der hier gezeigten sozialen und räumlichen Ungleichheit widmen.
Introduction: In empirical studies it has repeatedly been shown that the socioeconomic status (SES) of a region could influence the health status of its inhabitants, even if measures of individual SES are controlled for. This research has just started in Germany, but most studies focus on large geographical areas such as rural districts. Taking the example of districts in the city of Augsburg, the analyses focus on the question if these associations can also be found in a small-scale regional comparison. Methods: We included 1 888 participants of the KORA S4 Survey aged 25-74 years. The city districts were grouped according to the unemployment rate (low, medium, high). The dependent variables were self-rated health and 3 risk factors (obesity, high waist-hip ratio, hypertension). Additional individual variables included are age, sex, educational level and unemployment. The analyses were based on multilevel logistic regressions. Results: After adjustment for individual level variables (age, sex, education, unemployment), the analyses show a significantly increased risk of ‘high waist-hip ratio' in the regions with the highest unemployment rate (OR 1.53; 95% conf. interval 1.03-2.26). A similar association was found for obesity. No significant association was observed between unemployment rate on the one hand and hypertension and self-rated health on the other. Conclusion: Some health risks seem to be especially high in city districts characterised by a high unemployment rate. It can be concluded that interventions aimed at reducing these risks should focus on districts with high unemployment rates. Further studies are needed for an understanding of the causes behind the social and regional inequalities shown here.
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Publikationstyp Artikel: Journalartikel
Dokumenttyp Wissenschaftlicher Artikel
Schlagwörter gesundheitliche Ungleichheit; regionale Ungleichheit; Mehrebenen-Analyse; KORA; health inequalities; regional inequalities; multilevel analyses
ISSN (print) / ISBN 0941-3790
e-ISSN 1439-4421
Zeitschrift Gesundheitswesen, Das
Quellenangaben Band: 75, Heft: 3, Seiten: 134-139 Artikelnummer: , Supplement: ,
Verlag Thieme
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