PuSH - Publikationsserver des Helmholtz Zentrums München

Löwel, H. ; Meisinger, C. ; Heier, M. ; Hörmann, A. ; Kuch, B.* ; Gostomzyk, J.* ; Koenig, W.*

Geschlechtsspezifische Trends von plötzlichem Herztod und akutem Herzinfarkt : Ergebnisse des bevölkerungsbasierten KORA / MONICA Augsburg Herzinfarkt-Registers 1985 bis 1998.

Dtsch. Med. Wochenschr. 127, 2311-2316 (2002)
Verlagsversion DOI
Open Access Green möglich sobald Postprint bei der ZB eingereicht worden ist.
Hintergrund und Fragestellung: Der akute Herzinfarkt (HI) ist die Haupttodesursache im Erwachsenenalter. Die Arbeit untersucht in der Region Augsburg die zeitlichen Trends der HI-Morbidität und Mortalität der Bevölkerung und die 28-Tage-Letalität der Erkrankten sowie deren Determinanten nach Geschlecht. Ziel ist die Ableitung datenbasierter Vorschläge für eine verbesserte Akutversorgung von HI-Patienten. Patienten und Methoden: Von 1985 - 1998 wurden 13 499 25 - 74jährige Patienten (9537 Männer; 3962 Frauen) mit HI registriert; 7873 (5300 Männer, 2573 Frauen) Personen verstarben innerhalb von 28 Tagen. Die Datenerhebung zu den Verstorbenen erfolgte über die regionalen Gesundheitsämter und durch schriftliche Befragung der behandelnden und Leichenschauärzte (>90 % Beteiligung). Anamnestische und Behandlungsdaten der Krankenhauspatienten (ein Tag überlebend) basieren auf Interviews und den Krankenakten. Die Prähospitalphase, der 1. Tag sowie der 2.-28. Tag nach Hospitalisierung wurden gesondert analysiert. Ergebnisse: Die HI-Morbidität je 100 000 Einwohner nahm bei Männern von 560 auf 397 und bei Frauen von 161 auf 145 HI ab, die Mortalität reduzierte sich von 317 auf 232 bei Männern und von 101 auf 96 koronare Todesfälle bei Frauen. Bei Männern nahmen die Inzidenz und die Reinfarktrate und bei Frauen nur die Reinfarktrate ab. Unverändert verstarb ein Drittel der Erkrankten prähospital und zumeist zu Hause. Die Letalität am ersten Kliniktag nahm zu. Bis 1996/98 hatte sich die Akuttherapie im Krankenhaus stark verbessert, wodurch die Letalität von 13,0 % auf 8,4 % bei Männern und von 12,5 % auf 10,7 % Frauen gesunken ist. Folgerung: Eine weitere Abnahme des HI-Risikos erfordert intensivierte präventive Bemühungen bei Patient und Arzt. Eine verbesserte Aufklärung insbesondere von alleinstehenden HI-Gefährdeten ließe im Akutfall einen früheren Arztkontakt, eine schnellere Hospitalisierung und damit bessere Überlebenschancen erwarten. Background and aim: Myocardial infarction (MI) is the main single cause of death in adult populations. For the MONICA Augsburg population, MI-morbidity, mortality, and 28-day case fatality and their determinants were assessed by gender, and suggestions for an intensified acute care program were presented. Patients and methods: From 1985 to 1998, 13 499 25- to 74-year-old MI cases (9537 men, 3962 women) were registered; 7873 cases (5300 men, 2573 women) died within 28 days. Cardiac deaths were identified by regional health departments; causes of death were validated by the last treating physician and the coroner (response > 90 %). Hospitalized patients were interviewed about history and circumstances of the acute event; treatment data were abstracted from hospital charts. The prehospital phase, the first and the 2nd to 28thday after hospitalization were analyzed separately. Results: MI-morbidity per 100 000 population declined from 560 to 397 MI cases in men and from 161 to 145 in women; mortality decreased from 317 to 232 in men and from 101 to 96 in women. The decline in men was due to decreasing incident and recurrent MI whereas in women it was only due to a reduction of recurrent MI. One third died before hospitalization, mainly at home. Case fatality (CF) on the first day in hospital increased. In 24 hour survivors, evidence based treatment increased considerably, and was accompanied by decreasing 28-day-CF from 13.0 % to 8.4 % in men, and from 12.5 % to 10.7 % in women. Conclusion: Aggressive risk factor management and education of patients with cardiovascular risk factors concerning acute symptoms and the use of the emergency system will consequently improve pre-hospital and 28-day survival of the population.
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Publikationstyp Artikel: Journalartikel
Dokumenttyp Wissenschaftlicher Artikel
ISSN (print) / ISBN 0012-0472
e-ISSN 1439-4413
Zeitschrift Deutsche Medizinische Wochenschrift - DMW
Quellenangaben Band: 127, Heft: 44, Seiten: 2311-2316 Artikelnummer: , Supplement: ,
Verlag Thieme
Begutachtungsstatus
Institut(e) Institute of Epidemiology (EPI)
Institute of Health Economics and Health Care Management (IGM)