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Schäffer, E.H. ; Marquart, K.-H. ; Brandes, K.* ; Kunder, S. ; Jennen, L.*

Okulare Onchozerkose bei einem Hund.

Ocular onchocercosis in a dog.

Tierarztl. Prax. Ausg. K Kleintiere Heimtiere 3, 178-184 (2006)
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Gegenstand und Ziel: Das linke Auge einer vierjährigen, ein halbes Jahr zuvor aus Griechenland in die Schweiz eingeführten Mischlingshündin wurde wegen eines Exophthalmus bei Verdacht auf retrobulbären Abszess enukleiert und histologisch untersucht. Material und Methoden: Schnitte des formalinfixierten Auges wurden konventionell in Paraffin eingebettet. Histologisch fielen im periokularen Bindegewebe zahlreiche Parasitenanschnitte (Nematoden?) auf, die Anlass zu einer parasitologischen Untersuchung von Wurmfragmenten aus fixiertem Restgewebe gaben. Zudem erfolgte eine elektronenmikroskopische Untersuchung von periokularem Gewebe. Wurmanschnitte und vorgefundene Mikrofilarien wurden an Paraffin- und Semidünnschnitten vermessen. Ergebnisse: Die histologischen und parasitologischen Befunde sprechen dafür, dass es sich bei den periokular lokalisierten Parasiten um Onchocerca sp. handelt. Elektronenmikroskopisch konnten in hypodermalen Zellen von Wurmanschnitten Wolbachia -ähnliche Strukturen gefunden werden. Wolbachien ( Rickettsiales) sind als nematodische Endosymbionten bekannt. Schlussfolgerung: Die nachgewiesenen vitalen, graviden (weiblichen) Onchocerca-Exemplare und Mikrofilarien lassen die Vermutung zu, dass die aus Griechenland stammende Hündin als ein für die beschriebene okulare Nematodeninfektion geeigneter Endwirt angesehen werden kann. Kutikulastruktur, Größe, Morphologie und Gewebelokalisation der adulten Parasiten sowie der Phänotyp der Mikrofilarien kommen den in der Literatur für die Species Onchocerca lupi angegebenen Charakteristika nahe. O. lupi wurde zuerst am Auge eines Wolfes beschrieben. Da die Hündin aus Griechenland stammte, ist anzunehmen, dass die Onchocerca- Infektion in Griechenland erfolgte. Klinische Relevanz: Es ist zu überlegen, ob zur Aufklärung der Ursache eines Exophthalmus (Proptosis) neben Untersuchungsgängen wie Messen, Palpieren, ophthalmologische Routineuntersuchung, Einsatz von CT oder Ultrasonographie nicht auch die Biopsietechnik versucht werden sollte. Die einzige durchführbare Therapie der okularen Onchozerkose ist die chirurgische Entfernung der Würmer bzw. der Wurmgranulome.
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Publikationstyp Artikel: Journalartikel
Dokumenttyp Wissenschaftlicher Artikel
Schlagwörter Auge; Hund; Onchozerkose; Histologie; Parasitologie; Elektronenmikroskopie
ISSN (print) / ISBN 1434-1239
Quellenangaben Band: 3, Heft: , Seiten: 178-184 Artikelnummer: , Supplement: ,
Verlag Schattauer
Begutachtungsstatus Peer reviewed