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Strahlenexposition und Strahlenschutz beim Mehrschicht CT.

Vortrag: 5. Internationales Symposium Mehrschicht CT, 16-19 January 2008, Garmisch-Partenkirchen, Germany. (2008)
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Die Projektionsradiographie und insbesondere die digitale 3D-Bildgebung durch die Computertomographie (CT) sind von großem Nutzen für die medizinische Diagnostik und damit für den Patienten; die neuen digitalen Röntgentechniken sowie die Möglichkeiten der schnellen großvolumigen Datenaufnahme im Mehrzeilen-Spiral-CT haben die medizinische Praxis revolutioniert. Damit einher geht allerdings die größte Exposition der Gesellschaft mit ionisierender Strahlung. Quantitativ bewegt sich die mittlere effektive Dosis pro Kopf der Bevölkerung und pro Jahr aus vorzugsweise CT, Angiographie und interventioneller Radiologie im Bereich zwischen 0,4 und 4 mSv, gültig zumindest für Industrieländer. Der einzelne Patient muss je nach Untersuchungsart mit effektiven Dosen zwischen 5 und einigen hundert mSv rechnen. Effektive Dosen  unterhalb 100 mSv werden nach BEIR VII [1] dem Niedrigdosisbereich zugeordnet. Für prospektive Risikoschätzungen nach dem Vorsorgeprinzip nimmt man trotz einigen Bedenken einen annähernd dosisproportionalen und schwellenlosen Verlauf an („LNT-Modell“). Die Zahlen für 2003 belegen im Vergleich mit den Daten aus 1997 [2], dass die Anzahl der Untersuchungen mit CT-Verfahren gestiegen ist und auch die mittlere Dosis pro CT-Untersuchung ist zumindest nicht reduziert worden, wie an den Zahlen aus der entsprechenden BfS Publikation [3] zu ersehen ist. Damit steigt die auf die medizinische Diagnostik zurückzuführende Strahlenexposition trotz Fortschritten in der Dosis je Untersuchung in der Projektionsradiographie an, so dass sie den größten Beitrag zur Strahlenexposition der Bevölkerung überhaupt liefert und fast so viel wie die gesamte natürliche Strahlenexposition. Der Anteil der CT Untersuchungen ist von ca. 4-5 % auf ca. 6% angestiegen. Damit steigt der Anteil der CT-bedingten Strahlenexposition an der medizinischen Strahlenanwendung auf über 50 % (siehe Abb. 1). Es ist zu vermuten, dass mit zunehmender Verbreitung der Mehrschicht-Spiral-CT diese Tendenzen weiter zunehmen werden. Dies liegt zum einen natürlich daran, dass auf Grund der größeren zeitgleich aufzunehmenden Volumina, der schnelleren Rotation der Systeme und der feineren Auflösung zum einen Scanzeiten reduziert werden konnten und können, zum anderen eine Vielzahl von Untersuchungen erst möglich geworden ist.
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Publikationstyp Sonstiges: Vortrag
Konferenztitel 5. Internationales Symposium Mehrschicht CT
Konferzenzdatum 16-19 January 2008
Konferenzort Garmisch-Partenkirchen, Germany