PuSH - Publikationsserver des Helmholtz Zentrums München

Schlattl, H. ; Zankl, M. ; Hausleiter, J.*

Maximale lokale Organdosen in der radiologischen Angiographie.

Vortrag: 88. Deutscher Röntgenkongress, 16-19 May 2007, Berlin, Germany. (2006)
DOI
Zielsetzung: Eines der dosisintensivsten Verfahren in der Medizin ist die radiologische Angiographie, die die Gefahr von deterministischen Hautschäden aufgrund zu langer Durchleuchtungszeiten birgt. Neben den Hautabschnitten, in denen die Röntgenstrahlung in den Körper eintritt, können auch in Teilen von hautnah gelegenen Organen relativ hohe Strahlenbelastungen auftreten. Da das Feld relativ klein ist, liefern die allgemein verwendeten mittleren Organdosen, vor allem bei großen Organen, häufig nur unzureichende Information über die wirkliche Strahlendosis. Mittels numerischer Berechnungen an Voxelmodellen sollen daher die maximalen lokalen Dosen bestimmt werden.   Material und Methodik: Die Strahlendosen in 21 häufig in der Angiographie verwendeten Projektionen werden mittels eines Monte-Carlo-Transportprogrammes (EGSnrc) ermittelt. Als Menschmodelle dienen in der GSF erstellte Voxelmodelle, die die Referenzmenschen nach ICRP (International Commission on Radiological Protection) repräsentieren. Diese Modelle basieren auf CT-Daten reeller Patienten, wobei Größe, Gewicht und Organabmessungen der Modelle an die Werte von ICRP Publication 89 (2002) angepasst wurden. In den computergestützten Berechnungen werden die Strahlendosen für 4 verschiedene Strahlungsqualitäten nicht nur für das gesamte Organ, sondern in jedem einzelnen Voxel bestimmt.   Ergebnisse: Die Konversionsfaktoren wurden als Energiedosis pro Dosisflächenprodukt bei einem Bildverstärkerdurchmesser von 13 cm in einem Abstand von 1 m zur Röntgenquelle ermittelt. Bei der gewählten Filterung zeigte sich bei allen Organen eine nur geringe Abhängigkeit dieser Konversionsfaktoren von der Röhrenspannung. Für die strahleneintrittsseitige Haut beträgt die Dosis bei fast allen Projektionen ca. 19-21 mGy/(Gy cm²) beim weiblichen und 21-24 mGy/(Gy cm²) beim männlichen Modell. Bei den mittleren Organdosen liegen die typischen Werte im Mittel bei ca. 1 mGy/(Gy cm²). Die höchsten lokalen Dosen in 10 g Organgewebe wurden, abhängig von der jeweiligen Projektion, für Lunge, Milz und rotes Knochenmark ermittelt. In fast allen Projektionen übersteigt dieser maximale Dosiswert in einem dieser Organe 8 mGy/(Gy cm²).   Schlußfolgerungen: Die höchsten lokalen Dosiswerte für die inneren Organe sind, wie erwartet, kleiner als die der strahleneintrittsseitigen Haut, aber übersteigen die mittleren Organdosen in vielen Fällen um ein Vielfaches. Sie sollten daher auch bei der Risikoabschätzung für den Patienten miteinbezogen werden.
Altmetric
Weitere Metriken?
Zusatzinfos bearbeiten [➜Einloggen]
Publikationstyp Sonstiges: Vortrag
Konferenztitel 88. Deutscher Röntgenkongress
Konferzenzdatum 16-19 May 2007
Konferenzort Berlin, Germany