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Zukünftige Häufigkeit temperaturbedingter Herzinfarkte in der Region Augsburg.

Projection of temperature-related myocardial infarction in Augsburg, Germany.

Dtsch. Arztebl. Int. 116, 521-527 (2019)
Verlagsversion Postprint DOI
Hintergrund: Erhebliche Anstrengungen müssen unternommen werden, um das von der Pariser UN-Klimakonferenz 2015 beschlossene Klimaabkommen umzusetzen, das die Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter 2 °C, möglichst 1,5 °C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau vorsieht. Unsere Zielsetzung war, die Zahl künftiger temperaturbedingter Herzinfarkte (HI) in Augsburg zu prognostizieren, ausgehend von einer globalen Erwärmung um 1,5 °C, 2 °C oder 3 °C. Methoden: Unter Verwendung von täglichen HI-Zeitreihen und Temperaturprojektionen wurde basierend auf zwei Klimaszenarien jeweils die Zahl der temperaturbedingten Herzinfarkte bei unterschiedlichen Erwärmungsleveln prognostiziert. Bevölkerungsstruktur und Adaptationsgrad der Bevölkerung wurden dabei als konstant angenommen. Ergebnisse: In einem emissionsarmen Szenario, das die Erwärmung im 21. Jahrhundert auf unter 2 °C begrenzt, wird die Zahl der temperaturbedingten Herzinfarkte bei einer globalen Erwärmung um 1,5 °C mit −6 Fällen (95-%-Konfidenzintervall: [−60; 50]) pro Jahrzehnt leicht abnehmen. In einem Szenario mit hohen Emissionen, das die Ziele des Übereinkommens von Paris überschreitet, steigt pro Jahrzehnt die Zahl der temperaturbedingten Herzinfarkte bei Erwärmung um 2 °C um 18 [−64; 117] beziehungsweise bei Erwärmung um 3 °C um 63 [−83; 257] Fälle an. Fazit: Die künftige Belastung durch temperaturbedingte Herzinfarkt-Fälle in Augsburg wird bei einer globalen Erwärmung um 2 °C beziehungsweise 3 °C höher liegen als bei einer Erwärmung um 1,5 °C. Die Erfüllung des Übereinkommens von Paris mit Eindämmung der globalen Erwärmung auf 1,5 °C ist daher essenziell, um durch den Klimawandel verursachte zusätzliche Herzinfarkte zu vermeiden.
Background: Substantial efforts are required to limit global warming to under 2 degrees C, with 1.5 degrees C as the target (Paris Agreement goal). We set out to project future temperature-related myocardial infarction (MI) events in Augsburg, Germany, at increases in warming of 1.5 degrees C, 2 degrees C, and 3 degrees C.Methods: Using daily time series of MI cases and temperature projections under two climate scenarios, we projected changes in temperature-related MIs at different increases in warming, assuming no changes in population structure or level of adaptation.Results: In a low-emission scenario that limits warming to below 2 degrees C throughout the 21st century, temperature-related MI cases will decrease slightly by -6 (confidence interval -60; 50) per decade at 1.5 degrees C of warming. In a high-emission scenario going beyond the Paris Agreement goals, temperature-related MI cases will increase by 18 (-64; 117) and 63 (-83; 257) per decade with warming of 2 degrees C and 3 degrees C, respectively.Conclusion: The future burden of temperature-related MI events in Augsburg at 2 degrees C and 3 degrees C of warming will be greater than at 1.5 degrees C. Fulfilling the Paris Agreement goal of limiting global warming to no more than 1.5 degrees C is therefore essential to avoid additional MI events due to climate change.
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Publikationstyp Artikel: Journalartikel
Dokumenttyp Wissenschaftlicher Artikel
Schlagwörter Heat-related Mortality; Climate-change; Ami-registry; Monica/kora; Deaths
ISSN (print) / ISBN 1866-0452
e-ISSN 1866-0452
Quellenangaben Band: 116, Heft: 31-32, Seiten: 521-527 Artikelnummer: , Supplement: ,
Verlag Dt. Ärzte-Verl.
Verlagsort Dieselstrabe 2, Postfach 400265, D-50859 Cologne, Germany
Begutachtungsstatus Peer reviewed