PuSH - Publikationsserver des Helmholtz Zentrums München

Heinrich, J. ; Meisinger, C. ; Wölke, G. ; Greschik, C. ; Schneller, H. ; Brasche, S.* ; Strube, G.*

Erfurt Male cohort Study (ERFORT Study) : Study design and descriptive results.

Erfurter Männer-Kohorten-Studie (ERFORT-Studie) Studiendesign und ausgewählte Ergebnisse  

Cent. Eur. J. Public Health 15, 51-57 (2007)
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Das Hauptziel der ERFORT-Studie bestand darin, kardiovaskuläre Risikofaktoren, lebensstilabhängige Verhaltensweisen und psychosoziale Charakteristika mit Blick auf die gesamt- und todesursachenspezifische Mortalität und Morbidität zu untersuchen. Der vorliegende Beitrag beschreibt das Studiendesign, Untersuchungsbefunde während der drei Untersuchungswellen mit Blick auf kardiovaskuläre und psychosoziale Faktoren sowie Ergebnisse zum Mortalitäts-Follow-up im 30-Jahres-Verlauf. Die ERFORT-Studie ist eine populationsbasierte prospektive Kohortenstudie mit Männern mittleren Alters (35–61 Jahre) zum Zeitpunkt des Baselinesurveys in den Jahren 1973–1975. 1160 Männer (74,6% der Zufallsstichprobe von 1600 Männern) wurden für diese Studie rekrutiert. Nach dem Baselinesurvey gab es im Abstand von jeweils etwa 5 Jahren weitere drei Untersuchungswellen. Die gesamte Kohorte wurde bis zum Jahr 2003 im Hinblick auf den Lebensstatus weiter verfolgt. Während des 15-jährigen Follow-up-Programms verdoppelten sich etwa die Häufigkeiten für kardiovaskuläre Erkrankungen wie Myokardinfarkt, Angina pectoris, Claudicatio intermittens. Die Diabetesprävalenz stieg von 2,8% auf 12% im 15-Jahres-Follow-up. Die Prävalenz hoher Blutdruckwerte (≥ 160/95 mmHg) nahm lediglich leicht zu, wobei die antihypertensive Behandlungsrate im 15-Jahres-Zeitraum von 8,7% auf 33,6% anstieg. Rauchen und Diabetes wurden als starke Risikofaktoren für Neuerkrankungen an Claudicatio intermittens während des 15-jährigen Follow-up-Zeitraums identifiziert. Erhöhte Plasmaglukosewerte nach Glukosebelastung zeigten sich als starker Langzeitprädiktor für die Gesamtsterblichkeit. Die ERFORT-Studie erlaubte es auch, die Schwankung des Relativgewichtes über einen Zeitraum von 15 Jahren mit Blick auf die weitere Mortalität im Verlauf von weiteren 15 Jahren zu untersuchen. Dabei zeigte sich, dass die Fluktuation des Gewichtes ein stärkerer Risikofaktor für die Gesamtsterblichkeit ist als ein stabiles Übergewicht. Die ERFORT-Studie zeigt als eine der frühesten epidemiologischen Kohorten-Studien in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg, dass international eingeführte epidemiologische Untersuchungsmethoden in Deutschland etabliert werden können und dass Langzeitbeobachtungen zum Lebensstatus möglich sind.
The main objective of ERFORT Study is to investigate cardiovascular risk factors, life-style related factors and psychosocial factors with regard to total and cause-specific mortality and morbidity. This paper describes the study design, frequency data on cardiovascular and psychosocial factors at baseline survey, and findings of three 5 year follow-up medical examinations. Life status was followed for 30 years. METHODS: The Erfurt Male Cohort Study (ERFORT Study) is a population-based prospective cohort study and has its origin in the WHO initiated feasibility study to acquire experience in multi-factorial intervention programs. The baseline survey in 1973-75 examined a random population-based sample of 1,160 males aged 35-61 years (brutto response rate 74.6%) from the city of Erfurt, East Germany. RESULTS: Standardized and mostly validated methods were applied for a collection of data on cardiovascular risk factors, lifestyle-related and psychosocial factors, blood tests and ECG. Three consecutive follow-up examinations yielded datasets of 907, 740 and 609 subjects' re-examination in 1978-79, 1983-85 and 1988-90. Cardiovascular diseases such as myocardial infarction, angina pectoris, and claudication intermittent approximately doubled within a 15-year follow-up. Prevalence of diabetes strongly increases from 2.8% at baseline to 12.0% at the 15-years follow up. High blood pressure (> or = 160/95 mm Hg) only slightly increased, whereas the antihypertensive treatment increased from 8.7% to 33.6%. CONCLUSIONS: This data set of a German cohort followed for several decades is an outstanding database to answer questions about long-term associations between biological and psychosocial factors and mortality in men.
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Publikationstyp Artikel: Journalartikel
Dokumenttyp Wissenschaftlicher Artikel
Schlagwörter cohort; men; cardiovascular risk factors; East Germany; life status
ISSN (print) / ISBN 1210-7778
e-ISSN 1803-1048
Quellenangaben Band: 15, Heft: , Seiten: 51-57 Artikelnummer: , Supplement: ,
Verlag National Institute of Public Health
Begutachtungsstatus Peer reviewed