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Neue Subtypen bei Prädiabetes.

New subtypes in prediabetes.

Diabetologe 17, 26-31 (2021)
Verlagsversion DOI
Open Access Green möglich sobald Postprint bei der ZB eingereicht worden ist.

Hintergrund

Als Prädiabetes werden Stadien der gestörten Glukoseregulation bezeichnet, in denen ein erhöhter Nüchternblutzucker („impaired fasting glucose“ [IFG]) oder eine gestörte Glukosetoleranz („impaired glucose tolerance“ [IGT]) oder ein erhöhter HbA1c vorliegt, die aber die Kriterien des Diabetes mellitus noch nicht erfüllen. Diese rein an der Blutglukose orientierte, binäre Einteilung hat eine heterogene und niedrige Vorhersagekraft hinsichtlich Progression zu Diabetes und Auftreten von Folgeerkrankungen.

Fragestellung

Existieren pathophysiologisch begründete Subphänotypen des Prädiabetes?

Material und Methoden

Mittels Clusteranalyse wurden Subphänotypen anhand von pathophysiologisch begründeten Variablen wie beispielsweise Insulinsensitivität, Insulinsekretion, Körperfettzusammensetzung und polygenes Diabetesrisiko bei sehr gut phänotypisierten Menschen mit erhöhtem Diabetesrisiko definiert. Die Vorhersagekraft dieser Einteilung auf das Entstehen von Diabetes und seiner assoziierten Erkrankungen wurde untersucht.

Ergebnisse

Es lassen sich 6 verschiedene Subphänotypen (Cluster) identifizieren und replizieren. Die Hälfte der identifizierten Subphänotypen weist eine erhöhte Glykämie auf. Zwei der Cluster haben ein erhöhtes Diabetesrisiko und eines lediglich ein moderates Diabetesrisiko, jedoch ein erhöhtes Risiko für Nierenerkrankungen und Gesamtmortalität.

Diskussion

Schon im Stadium des Prädiabetes lässt sich eine pathophysiologische Heterogenität mit Hoch- und Niedrigrisikogruppen identifizieren. Ferner zeigt sich eine Gruppe von Personen, bei denen früh ein erhöhtes Komplikationsrisiko besteht, ohne dass es schnell zu manifestem Diabetes kommt.

Background: Prediabetes is defined as a dysglycemia without fulfilling the criteria of a manifest diabetes. This stage can be characterized by increased fasting glucose (IFG) or impaired glucose tolerance (IGT) or increased glycated hemoglobin (HbA1c), without overt diabetes mellitus. This binary classification based purely on blood glucose has a heterogeneous and low predictive power with respect to progression to diabetes and the occurrence of secondary diseases. Objective: Are there any pathophysiologically based subphenotypes of prediabetes? Material and methods: Using a cluster analysis subphenotypes were defined on the basis of pathophysiologically relevant variables, such as insulin sensitivity, insulin secretion, body fat composition and a polygenic risk score in very well phenotyped people with an increased risk of diabetes. The predictive power of this classification for the development of diabetes and its associated diseases was examined. Results: A total of six different subphenotypes (clusters) can be identified and replicated. Half of the identified subphenotypes show increased glycemia. Two of the clusters have an increased risk of diabetes and one has only a moderate risk of diabetes but a significantly increased risk of kidney disease and overall mortality. Discussion: Even in the prediabetes stage, a pathophysiological heterogeneity with high-risk and low risk groups can be identified. Furthermore, there is a group of people who have an early increased risk of complications well before the development of diabetes.

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Publikationstyp Artikel: Journalartikel
Dokumenttyp Wissenschaftlicher Artikel
Schlagwörter Cluster ; Complication Risk ; Glucose Regulation ; Risk ; Subphenotype
ISSN (print) / ISBN 1860-9716
e-ISSN 1860-9724
Zeitschrift Diabetologe, Der
Quellenangaben Band: 17, Heft: 1, Seiten: 26-31 Artikelnummer: , Supplement: ,
Verlag Springer
Verlagsort Tiergartenstrasse 17, D-69121 Heidelberg, Germany
Begutachtungsstatus Peer reviewed